Australien und EU sind sich einig: Das Freihandelsabkommen kommt
Bis zu einer Milliarde Euro Zollersparnis pro Jahr, Anstieg der EU-Exporte von 33 Prozent innerhalb von zehn Jahren und sicherer Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Aluminium, Lithium und Mangan – das sind nur einige der Vorteile, die das Freihandelsabkommen der EU mit Australien verspricht. Seit 24. März 2026 sind sich die Handelspartner einig.

Seit 2018 wurde verhandelt. Jetzt ist das Ergebnis veröffentlicht worden. Das ausgehandelte Freihandelsabkommen wird 99 Prozent der Zölle auf EU-Importe nach Australien senken.
Derzeit entfallen immerhin 30 Prozent aller EU-Importe nach Australien auf Deutschland. Im Jahr 2025 waren das Exporte in Höhe von 10,3 Milliarden Euro. Australien verfügt laut DIHK-Information über 23 der 37 von der EU als kritisch eingestuften Rohstoffe. Für EU-Unternehmen eine Chance Lieferketten zu diversifizieren z. B. bei der Herstellung von Batterien oder für den Anlagenbau bei erneuerbaren Energien. Laut Website zum Handelsabkommen EU-Australien von der EU profitieren vom Zollabbau insbesondere Bereiche im Maschinen- und Anlagenbau, rund um Kraftfahrzeuge, Chemie sowie aus der Milchwirtschaft. Mit einer Ausnahme: Stahlprodukte wurden von beiden Handelspartnern von der Liberalisierung ausgenommen.
Schutzklauseln für landwirtschaftliche Produkte
Für landwirtschaftliche Produkte werden gesonderte Schutzmechanismen etabliert. Beispielsweise sollen für Schaf- und Rindfleischimporte aus Australien Quoten gelten, die niedriger ausfallen als von australischer Seite ursprünglich gewünscht. Zusätzlich sorgen unilaterale EU-Maßnahmen dafür, dass die europäische Landwirtschaft zusätzlich geschützt werden kann, sollte sich ein Marktungleichgewicht abzeichnen.
Auf der anderen Seite schafft Australien die Zölle für EU-Produkte wie Wein, Schokolade sowie bestimmte Obst- und Gemüsesorten unmittelbar nach Inkrafttreten des Abkommens ab. Bei einzelnen sensiblen Produkten wie beispielsweise Käse werden die Zölle schrittweise innerhalb von drei Jahren abgebaut.
Die EU auf der anderen Seite öffnet ihre Märkte für australischen Wein, Nüsse, Obst und Gemüse, Honig, Olivenöl, die meisten Milchprodukte, Weizen und Gerste sowie Meeresfrüchte.
Weitere Verhandlungsergebnisse sind unter anderem:
- Die Öffnung des Dienstleistungsmarkts für Unternehmen in den Bereichen Seetransport, Tourismus, Finanzdienstleistungen und Telekommunikation.
- EU-Unternehmen erhalten Zugang zu kritischen Rohstoffen. Durch besondere Sicherheits- und Umweltauflagen in Australien gelten diese als nachhaltig gewonnen.
- Geografische Angaben für 165 landwirtschaftliche Produkte und 231 Spirituosen werden geschützt.
- Unternehmen erhalten verbesserten Zugang zu Regierungsaufträgen.
Der ausgehandelte Wortlaut des Freihandelsabkommens ist auf einer Seite der EU veröffentlicht worden: Text of the Agreement.
Zum Zeitplan
Bis zum Inkrafttreten des Handelsabkommens ist es noch ein weiter Weg. Zunächst müssen die EU-Texte juristisch geprüft und übersetzt werden („legal scrubbing“). Sobald nach weiteren Ratifizierungsschritten ein Umsetzungstermin näher rückt, informieren wir Sie zuverlässig in der AEB Community.
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