Ausweitung von CBAM geplant: 180 Produkte mehr ab 2028
Am 12. Juni 2026 haben sich der Rat der EU auf eine Ausweitung des CO2-Grenzausgleichs (CBAM) geeinigt. Wenn das EU-Parlament zustimmt, sollen ab 2028 rund 180 weiterverarbeitete Produkte mit hohem Anteil an Eisen, Stahl oder Aluminium zusätzlich unter die Zollregelung fallen. Dazu gehören beispielsweise Haushaltsgeräte, Hardware, Fahrzeugkomponenten oder Baumaschinen. Gleichzeitig beschäftigt sich eine Studie der EU mit den indirekten Emissionen und aktuelle Webinare von TAXUD zeigen konkrete Beispiele auf – mit Möglichkeit zum Nachschauen.
Ausweitung CBAM: Neuer Anwendungsbereich
Rat will CO₂-Grenzausgleichssystem der EU stärken lautet der Titel der Pressemeldung vom 12. Juni. Derzeit gilt CBAM hauptsächlich für Rohstoffe. Der Rat hat nun den Vorschlag der EU-Kommission erweitert: Der Anwendungsbereich soll auf zahlreiche nachgelagerte Erzeugnisse ausgeweitet werden. Die vorgeschlagenen Änderungen sind dem Entwurf der neuen Verordnung zu entnehmen, im Anhang werden die nachgelagerten Erzeugnisse gelistet. Auch für den Umgang mit Metallschrott gibt es Vorschläge. Dieser soll zukünftig mitberücksichtigt werden. Nun werden die Verhandlungen zwischen dem Ratsvorsitz und dem Europäischen Parlament aufgenommen. Nach Veröffentlichung des Parlaments-Standpunkt kann bis Ende des Jahres eine Einigung erzielt und die Verordnung veröffentlicht werden.
Studie zu indirekten Emissionen
Eine im Mai veröffentlichte technische Studie zeigt die mögliche Weiterentwicklung des CO2-Grenzausgleichssystems in Bezug auf indirekte Emissionen, die in eingeführte Waren aus Drittländern eingebettet sind. Die Technical Study on Indirect Emissions in the CBAM liegt momentan nur auf Englisch vor und umfasst 107 Seiten. Sie befasst sich mit folgenden drei Fragen:
- Wie sind Standardemissionsfaktoren für indirekte Emissionen zu bestimmen?
- Unter welchen Bedingungen sollen die Anmelder die Möglichkeit haben, tatsächliche indirekte Emissionen geltend zu machen?
- Wie und wann könnten indirekte Emissionen auf weitere CBAM-Sektoren ausgeweitet werden?
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Einführung von Standardwerten und die Ausweitung von CBAM mehrdimensional gedacht werden muss, damit der Anreiz zur Kohlenstoffreduktion hoch bleibt.
Webinar von TAXUD: So zahlt sich CBAM aus
Das Webinar von TAXUD stellte genau diesen Anreiz und die entsprechende Umsetzung in den Vordergrund: “How to make your decarbonisation efforts pay off”. Es richtet sich vor allem an Hersteller in Drittländern. Wollen diese ihre tatsächlichen Werte ermitteln, müssen Sie die in der Durchführungsverordnung (EU) 2025/2547 festgelegten Methoden verwenden. Dabei greift das Konzept der Gruppierung bei gleicher funktioneller Einheit, gleichem KN-Code und gleicher Mengeneinheit. Bei Zement und Düngemittel entspricht die funktionelle Einheit dem Inhalt der Komponenten wie Stickstoff. In der Präsentation werden einige Beispiele für funktionelle Einheiten genannt
Beispiel: In einer Anlage kann es multifunktionale Prozesse geben. Auch können Vorläuferstoffe von verschiedenen Lieferanten und Berichtszeiträumen verwendet werden. Die Methodik bietet dafür als Alternative Mittelwertbildungen an. Das fließt in den Überwachungsplan und Emissionsbericht, die Grundlagen für die Prüfung sind.
Das Webinar kann auch nachgehört werden.
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