Ende der zollfreien Kleinsendung nach UK in Sicht
Die USA und die Europäische Union haben ihre Zollerleichterungen für Kleinsendungen bereits eingestellt. Nun folgt Großbritannien: Die britische Regierung will die bisherige Zollfreigrenze für Sendungen mit einem Warenwert von bis zu 135 britischen Pfund abschaffen. Die Umsetzung wird um sechs Monate vorgezogen und soll nun spätestens ab Oktober 2028 erfolgen.
Die Reform betrifft vor allem den grenzüberschreitenden E-Commerce. Nach Einschätzung der britischen Regierung bedeutet die bisherige Regelung Wettbewerbsnachteilen für inländische Händler und erschwert zudem die Kontrolle der stark gestiegenen Paketmengen. Künftig sollen deshalb auch Sendungen mit einem Wert unter 135 britischen Pfund der Zollpflicht unterliegen.
Für Unternehmen interessant sind vor allem die nun veröffentlichten Details der geplanten Umsetzung. In der Veröffentlichung Consultation response gibt die britische Regierung Antworten auf Fragen zur geplanten Reform.
Einige der wichtigsten Punkte
- Anders als ursprünglich diskutiert wird es keine vereinfachten Zolltarifgruppen geben. Stattdessen sollen die Abgaben auf Basis der vollständigen 10-stelligen Warennummer und des regulären UK Global Tariff ermittelt werden.
- Verkäufer beziehungsweise Online-Marktplätze sollen die erforderlichen Artikeldaten an die Behörden übermitteln und die Zollabgaben entrichten.
- Es ist eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr für Kleinsendungen vorgesehen. Über deren Höhe und genaue Ausgestaltung hat die britische Regierung jedoch noch nicht entschieden.
- Sicherheits- und Schutzdaten sollen zunächst noch nicht in das neue Verfahren integriert werden.
Was ist für deutsche Unternehmen zu tun?
Für deutsche Unternehmen besteht derzeit kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Im Moment sind noch keine konkreten Details wie z. B. technische Spezifikationen für die angesprochene Datenbereitstellung bekannt.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.
Kommentare
0 Kommentare