Due Diligence: Business Partner aus China prüfen
Eine Liste verdächtiger chinesischer Unternehmen hat die Wirtschaftskammer Österreich zusammengestellt, um Unternehmen für unseriöse Praktiken zu sensibilisieren und vor fragwürdigen Geschäftsanbahnungen zu warnen. Auch die deutsche Auslandshandelskammer Greater China hilft Unternehmen bei der Prüfung von Geschäftspartnern in China. Eine Zusammenfassung vorbeugender Maßnahmen.

Obwohl die überwiegende Anzahl chinesischer Firmen seriös arbeitet, gibt es immer wieder schwarze Schafe. Unter anderem in den Bereichen Elektronik, Komponentenhandel, Maschinenbau und Lebensmittelhandel wurden Betrugsfälle von Unternehmen aufgedeckt, die nicht nur von der Wirtschaftskammer Österreich sondern auch der US-amerikanische Electronic Resellers Association International (ERAI) zusammengetragen werden. Deutsche Industrie- und Handelskammern wie die IHK Rhein-Neckar haben ebenfalls Warnhinweise gesammelt. Die AHK Greater China bietet Beratung und seit September 2025 einen Leitfaden für die Geschäftspartnersuche mit allen wichtigen Prüfschritten.
Gewusst wie: Bekannte Betrugsmethoden
Je einfacher und lukrativer ein Geschäft auf den ersten Blick erscheint, desto gründlicher sollte die Geschäftspartnerprüfung sein. Auffallende Auftragswerte, Vorauszahlungsforderungen und fehlende Firmennachweise zählen zu den klassischen Warnsignalen im China-Geschäft. Das sollten Sie ernst nehmen:
- ungewöhnlich große Aufträge ohne Preisverhandlungen
- kostenpflichtige notarielle Beglaubigungen in China
- Vorkasse für Bankformalitäten, Versicherungen, Einladungen oder Geschenke
- hoher Entscheidungsdruck
- keine überprüfbare Firmenadresse in China
- gefälschte Firmenidentitäten oder Behörden bzw. Registrierungsstellen
- Ungewöhnliche Zahlungswege
- Domain-Registrierungsbetrug
Vor der Geschäftsanbahnung und vor allem vor möglichen Reisen sollte daher eine Firmenüberprüfung stattfinden. Dabei kann der Fragenkatalog der IHK Rhein-Neckar ebenso hilfreich sein wie der Leitfaden der AHK.
Automatisiert: Firmeninterne Prüfungen
Haben Sie regelmäßig Anfragen aus China oder sind Sie momentan auf der Geschäftspartner-Suche? Wer AEB Compliance Screening einsetzt, kann eine firmeneigene Blacklist einpflegen. In diese können Unternehmen aufgenommen werden, die von der WKÖ, ERAI oder Handelskammern identifiziert wurden. Vor einer Kontaktaufnahme mit möglichen Geschäftspartnern in China kann dann geprüft werden. Allerdings immer nur auf dem Stand, den Sie eingegeben haben. Wie das geht? Mit den richtigen Rechten können Sie unter „Verbotslisten“ eigene Listen anlegen und diese pflegen.
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