Podcast: Tue Gutes und sprich darüber – wie Zollprofis intern Gehör finden
Zollabteilungen leisten viel. Doch intern bleibt ihr Beitrag oft unsichtbar. Wie kann man ihren Beitrag verständlich vermitteln und ihr Image intern vom vermeintlichen Verhinderer zum Enabler entwickeln? Ideen teilt Janine Lampprecht, CEO bei Grenzlotsen, in der neuen Folge von Freier Verkehr.

Der erste Schritt zu mehr Gehör ist ein Perspektivwechsel. Neben der formellen Funktion gibt es eine informelle Rolle: Wie nehmen Einkauf, Vertrieb, IT oder Geschäftsführung die Zollabteilung wahr? Als Instanz, die Vorhaben stoppt – oder als Partner, der tragfähige Lösungen ermöglicht?
Hilfreich ist, gezielt Feedback einzuholen:
- Wie erleben andere Abteilungen die Zusammenarbeit?
- Welche Informationen oder Hilfestellungen benötigen sie?
- Was erschwert ihnen die Zusammenarbeit mit dem Zoll?
- Wo hat die Zollabteilung bereits konkret geholfen?
Das verlangt Offenheit, schafft aber ein realistischeres Bild als die Annahme, grundsätzlich nicht gehört zu werden. Janine formuliert es deutlich: „Ich glaube, es fängt erstmal damit an, sich selber nicht mehr in der Opferrolle zu sehen.“
Aus dem Zollthema einen Business Case machen
Aufbauend darauf lassen sich konkrete Maßnahmen für die Kommunikation nach innen ableiten. Für Janine ist klar: Fachwissen allein reicht nicht. Zollprofis müssen ihre Themen so vermitteln, dass die Geschäftsführung deren Bedeutung für Kosten, Geschwindigkeit, Wachstum und Marktzugang erkennt. Dazu gehören eine verständliche Management-Sprache, überzeugende Business Cases und der Mut, Erfolge aktiv zu kommunizieren.
Erfolge systematisch sichtbar machen
Das kann im Kleinen beginnen: Welche Projekte sind im vergangenen Jahr besonders gut gelungen? Wo wurde ein Prozess beschleunigt, ein Marktzugang ermöglicht oder eine schwierige Sendung erfolgreich umgesetzt? Welche Rückmeldungen kamen aus anderen Abteilungen?
Aus diesen Ergebnissen lassen sich kurze Erfolgsgeschichten für das Intranet, interne Newsletter oder Teammeetings entwickeln. Besonders glaubwürdig sind Testimonials aus den Fachbereichen: Wenn Vertrieb, Einkauf oder Logistik erklären, wie die Zollabteilung geholfen hat, wirkt das stärker als reine Eigenwerbung.
Wichtig ist Kontinuität. Ein einzelner Beitrag verändert das Standing kaum. Wer regelmäßig verständlich informiert, Nutzen belegt und erfolgreiche Zusammenarbeit sichtbar macht, baut schrittweise Vertrauen auf.
Sichtbarkeit ist Teil professioneller Zollarbeit
Wer die Perspektive anderer Abteilungen versteht, Fachinformationen konsequent verdichtet, mit Business Cases argumentiert und Erfolge sichtbar macht, erhöht die Chance, früher in Entscheidungen einbezogen zu werden. So wird aus der Zollabteilung, die vermeintlich nur auf Probleme hinweist, ein gefragter Partner für sichere und erfolgreiche internationale Geschäfte.
Mehr Tipps und Beispiele liefert Janine in der neuen Folge von Freier Verkehr:
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