Mit der Entwaldungsverordnung (Englisch: EU Deforestation - EUDR) will die EU dem weltweiten Verlust von Waldflächen entgegenwirken. Alle Informationen hat die EU auf folgender Website gebündelt: Implementation of the EU Deforestation Regulation.
Welche Produkte sind betroffen?
Ab 30. Dezember 2026 dürfen relevante Rohstoffe und relevante Erzeugnisse nur noch in Verkehr gebracht, auf dem EU-Markt bereitgestellt oder ausgeführt werden, wenn:
- diese entwaldungsfrei gewonnen wurden,
- die zugehörigen Rechtsvorschriften des Erzeugerlandes eingehalten wurden und
- eine Sorgfaltserklärung gemäß Anhang II der Entwaldungsverordnung vorliegt.
Als entwaldungsfrei gelten die betroffenen Produkte dann, wenn diese nicht von einer nach dem 31.12.2020 abgeholzten Fläche stammen bzw. nicht zu einer Schädigung von Wäldern geführt haben.
Der Anhang I der Verordnung (EU) 2023/1115 enthält eine Auflistung aller relevanten Rohstoffe sowie deren Erzeugnisse. Für neuaufgenommene Erzeugnisse und Produkte im Anhang I gilt die Verordnung erst ab Dezember 2027.
Wer meldet die Erklärungen zur Sorgfaltspflicht?
Vollständige Sorgfaltspflichten müssen durch Unternehmen erbracht werden, die sogenannte Erstinverkehrbringer von relevanten Produkten und Erzeugnissen sind. Nachgelagerte Marktteilnehmer können sich auf die bestehenden Sorgfaltserklärungen (DDS - Due Diligence Statements) von Erstinverkehrbringern beziehen. Bei Ausfuhren und Kontrollen dient diese Dokumentation als Nachweis für die Einhaltung der Vorschriften. Damit Sie einschätzen können, in welchem Umfang Sie Sorgfaltspflichten nachkommen müssen, prüfen Sie Ihre Rolle in der Lieferkette.
Alle Informationen, die in einer Sorgfaltserklärung angegeben werden müssen, finden Sie im Anhang II der Verordnung. Im April 2026 hat die EU-Kommission eine aktualisiertes FAQ dazu herausgegeben: Implementation of EU Deforastation.
Ab wann gilt die Vorschrift?
Die Vorschriften gelten:
- Ab 30. Dezember 2026 für große und mittelständische Unternehmen
- Ab 30 Juni 2027 für Kleinst- und Kleinunternehmen
Die nationalen Behörden der EU-Mitgliedstaaten bieten ggf. weiterführende Informationen dazu an: Designated competent Authorities.
Wie melden Sie EUDR-Codierungen in AEB-Anwendungen?
Unternehmen melden für die Entwaldungsverordnung (Verordnung (EU) 2023/1115) in Zollanmeldungen die Unterlagencodierungen zu den TARIC-Maßnahmen 776 (Import) und 777 (Export). In den AEB-Anwendungen Import Filing: ATLAS, Export Filing: ATLAS und Customs Management stehen diese Codierungen zur Auswahl, sobald die zuständigen Zollbehörden sie bereitstellen.
Seit dem 23. September 2026 gelten aktualisierte Vorgaben der EU-Kommission für die Meldung von EUDR-Unterlagencodierungen. Die zentrale Codierung zur Meldung einer Sorgfaltserklärung (Due Diligence Statement) ist:
- C716: Sorgfaltserklärung, die gemäß Artikel 3 der Verordnung (EU) 2023/1115 für Einfuhren und Ausfuhren
Zusätzlich existieren neue Codierungen für bestimmte Ausnahmen oder Sonderfälle, beispielsweise:
- Y196 und Y188 – Ausnahmen für nachgelagerte Marktteilnehmer bei Exporten.
- C720 und C725 – Ausnahmen für nachgelagerte Marktteilnehmer bei Importen.
- Y187 – Muster und Produktproben.
- Y133 – Abfallprodukte und wiederaufbereitete Produkte.
Die EU-Kommission bietet Erläuterungen zur Meldung von EUDR-Unterlagencodierungen an.
- Product Classification: In Product Classification gibt es die Möglichkeit zusätzliche Inhalte von Content Providern zu inkludieren. Dadurch lassen sich auch Materialien identifizieren, die von der Entwaldungsverordnung betroffen sind. Gehen Sie gerne auf Ihren Ansprechpartner bei AEB zu oder senden Sie Ihre Anfrage über unser Kontaktformular.
Customs Management: EUDR-Codes können automatisiert über die API von AEB direkt aus Ihrem ERP-System übermittelt werden. Zur API Dokumentation von AEB: About Customs Management
Alternativ erstellen Sie für betroffene Warennummern, bzw. Materialien Mappingtabellen. Diese können Sie innerhalb der Dynamischen Wertberechnung Ihren Vorlagen zu Positionen hinzufügen. Bei Verwendung der Vorlage wird dann die Codierung zur EUDR in den Zollanmeldungen hinterlegt.
Add-on für SAP: Wenn Sie das Add-on für SAP verwenden, muss ggf. der BAdI von Ihrem SAP-Administrator angepasst werden. AEB bietet dazu eine kostenpflichtige Unterstützung an.
In ASSIST4 pflegen Sie die zugehörigen Stammdaten und anschließend können die Unterlagencodierungen manuell eingegeben und in Zollanmeldungen verwendet werden.
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.