And the winner is: Lille wird Sitz der EU-Zollbehörde
Die Wahl des Sitzes für die neue EU-Zollbehörde ist am 25. März 2026 auf Lille in Frankreich gefallen, das teilten Rat und Parlament der EU mit. Die EU Customs Authority (EUCA) soll Zollmaßnahmen koordinieren und nationale Zollbehörden unterstützen.
Gestatten: Die EUCA in Lille
Die Vorstellung von Lille überzeugte im dritten Wahlgang. Mit der EU-Zollbehörde EUCA (European Customs Authority) zieht die zentrale Koordinationsstelle für das operative Zollmanagement in die französische Stadt. Von dort wird zukünftig auch der EU Customs Data Hub betrieben. Daher waren neben der Lage auch die Vernetzung von Lille ausschlaggebend. Rund 250 Mitarbeitende sollen zukünftig in der neuen Behörde in Lille arbeiten.
Die ausschlaggebenden Kriterien zur Wahl
Bis 27. November 2025 wurden fristgerecht neun Bewerbungen eingereicht. Zur Wahl standen außerdem Liège (Belgien), Malaga (Spanien), Zagreb (Kroatien), Rom (Italien), Den Haag (Niederlande), Warschau (Polen), Porto (Portugal) und Bukarest (Rumänien). Deutschland hat keine Stadt ins Rennen geschickt. Die Bewertung der Bewerbungen erfolgte nach den Kriterien der geographischen Lage, Gebäuden und Erreichbarkeit sowie Bildungslandschaft und Arbeitsmarkt.
Länder, die nicht im Herzen von Europa liegen, bemängelten bei der Abstimmung, dass Dezentralität nicht unterstützt wurde. Für zukünftige Auswahlverfahren soll die Verteilung auf noch mehr verschiedene Mitgliedstaaten eine größere Rolle spielen. Bei der Wahl am 25. März fand das finale Duell dann zwischen Lille und Rom statt. Lille gewann schließlich mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit.
Ausblick
Die Geburtsstadt von Charles de Gaulle wird beim Gelingen der EU-Zollreform nun eine entscheidende Rolle spielen. Wie im Artikel EU-Zollreform: Pläne und erste Auswirkungen bereits berichtet, wird die EUCA voraussichtlich ab 2028 ihre operative Tätigkeit aufnehmen und die Reform vorantreiben.
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