Zoll 2030: Stand des Modernisierungsprojekts
Das Projekt „Zoll 2030“ ist das zentrale Reformprogramm des Bundesfinanzministeriums zur Modernisierung der deutschen Zollverwaltung bis 2030. Es verbindet Digitalisierung, Strukturreform und strategische Neuausrichtung des Zolls. Ein Blick auf Zwischenschritte – auch bei eZoll.

Im Herbst 2025 wurde Zoll 2030 vorgestellt – die AEB Community berichtete bereits im Vorfeld vom Projekt Zoll 2030. Die Strategie Zoll 2030 schreitet nun voran. Neben dem Sonderbereich sowie die Zentrale Verwaltung. Alle zukünftig nur noch 41 Ortsbehörden werden entsprechend dieser Bereiche neu organisiert. Dabei werden Ermittlungseinheiten der Zollfahndung, der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und der Kontrolleinheiten des Zolls zusammengeführt werden, um effektiver zu arbeiten.
Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität und Zollfinanzgerechtigkeitsgesetz
Der Gemeinsame Aktionsplan rückt die Arbeit von Zoll und BKA zusammen und stärkt den Informationsaustausch mit einem neuen Analysezentrum. Nach dem Prinzip „Follow The Money“ können verdächtige Vermögenswerte schneller eingezogen werden. Damit sollen Täter an ihrer empfindlichsten Stelle, dem Geld, getroffen werden. Kompakt vorgestellt und zusammengefasst wurde das im Papier der Ministerien der Finanzen, des Inneren und der Justiz: Neuausrichtung der Bekämpfung von Organisierter Kriminalität.
Zeitgleich hat das Bundesfinanzministerium den Entwurf des sogenannten Zollfinanzgerechtigkeitsgesetz in die Ressortabstimmung gegeben. Der Zoll erhält darin mehr Befugnisse zur Bekämpfung von Geldwäsche und zur Sicherstellung von Vermögen. Er wird außerdem bei der Sanktionsdurchsetzung gestärkt. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Den Gesetzentwurf sehen Sie hier.
Digitalisierung: EU Customs Hub, eZoll und Chatbots
Die Zusammenarbeit innerhalb der Behörden aber auch auf EU-Ebene gewinnt an Bedeutung. Seit März ist der Sitz der EU Customs Authority (EUCA) in Lille bekannt – dort wird auch der EU Customs Hub angesiedelt. Er bietet den nationalen Zollbehörden der 27 Mitgliedstaaten einen Datenaustausch in Echtzeit zur gemeinsamen Risikoanalyse und koordiniertem Vorgehen.
Der deutsche Zoll entwickelt seine digitalen Angebote zeitgleich weiter und meldet z.B. Mitte Mai, dass der Nutzerkreis der eZoll-App erweitert wurde: Neben Privatpersonen können jetzt auch Unternehmen diese nutzen – vorausgesetzt sie haben ein Geschäftskonto im Zollportal und eine EORI-Nummer. Mit der App können Kleinsendungen bis zu einem Wert von 150 Euro angemeldet und Zollanmeldungen mittels Fotos oder Rechnungen gefüllt werden. Ein Informationsangebot mit Fachmeldungen und eine Hilfe zur Ermittlung der korrekten Warennummer im Zolltarif steht ebenso zur Verfügung wie die Bezahlmöglichkeit mit z.B. Kreditkarte über ePayBL (ePayment Bund-Länder). Darüber hinaus unterstützt der Chatbot AURA bei Fragen zu eZoll.
Neben AURA bietet die Generalzolldirektion (GZD) auch die Chatbots LinA und TinA an. Dabei ist LinA zusätzlich als Voicebot verfügbar und beantwortet allgemeine Fragen im Bereich Kraftfahrzeugsteuer, zur Internet-Verbrauchs- und Verkehrsteuer-Anwendung sowie zum Zoll-Portal. Chatbot TinA kümmert sich um den grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr. Ergänzt werden diese vom Formular- und Chatbot ViOlA vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) und dem bewerbungsberatenden Bot Kira beim Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund).
Kurz: Die Modernisierung des deutschen Zolls – auch im Hinblick auf die EU Customs Reform – schreitet voran.
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